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Heia Arbeitseinsatz – Kerwe im Dorf!

Hurra, es ist wieder einmal soweit --- Kerwezeit! (reimt sich sogar, und was sich reimt ist gut!)

Alle Jahre wieder kommt – nein, nicht das Christkind – die Kerwe nach dem Herbsten.

Für alle, die nix mit Ackerbau und Viehzucht am Hut haben: damit ist die Ernte von allem, was zu dieser Zeit noch auf Äckern und Bäumen zu finden ist, gemeint. Zum Beispiel die Apfelernte oder auch die Weinlese.

Man kann endlich wieder durch schnaufen; hat man doch Scheuer und Faß gefüllt und wenn es jetzt regnet oder schneit, juckt das keinen mehr – das (meist schlechte) Wetter kann dem Grünzeug nichts mehr anhaben.

Und natürlich muss man den Erfolg begießen und so lautet das Motto: wir machen PARTY äh… KERWE!!!!

Die Kerwe ist für darüber hinaus für alle Vereine im Dorf die Möglichkeit, sich von der besten Seite zu zeigen; und Werbung in eigener Sache zu betreiben – vielleicht findet sich ja das eine oder andere Mitglied.

Aber die Hauptsache ist: CASH! Für die Vereine ist das DIE Gelegenheit, die durch schmalen Beitrag ebenso schmalen Vereinskassen im wahrsten Sinne des Wortes aufzufüttern.

Allerdings gibt es da einen klitzekleinen Haken bei der Geschichte – die meisten Vereine haben nicht nur Geld- und Nachwuchssorgen; nein, es gibt auch immer weniger ‚alte‘ Mitglieder, die dazu bereit sind, acht Stunden und mehr für die gute Sache und im Schichtbetrieb – selbstredend -  unentgeltlich zu arbeiten.

Aufbau, Abbau, einkaufen, grillen, spülen, bedienen …

Und da die Kerwe jedes Jahr zur gleichen Zeit ist, findet auch jedes Jahr das gleiche Theater statt:

WER baut auf, ab, grillt, spült, kauft ein…

Wobei - zum Bedienen findest du immer einen, denn die kriegen CASH.

Und so fängt denn auch pünktlich nach Ende der Sommerferien der Tanz an: in der ersten Stunde wird freundlich vom Vorstand daraufhin gewiesen, dass die allseits beliebte Kerwe auch in diesem Jahr wieder stattfindet.

Interessierte Mienen.

Der Vorstand versäumt auch nicht, gleich hinterher zu schieben, dass der Arbeitsplan am Ausgang bereit liegt und die geschätzten Mitglieder doch bitte nicht vergessen sollen, sich für die einzelnen Schichten einzutragen.

Der Gesichtsausdruck der Anwesenden ändert sich schlagartig: MICH kann der doch NICHT meinen.

Und damit sind die Kampfhandlungen eröffnet…

Denn der Vorstand ‚übersieht’ nicht nur souverän, dass sich kein Mitglied angesprochen fühlt; neeeiiinn – er setzt auch noch einen drauf und wedelt wild mit besagtem Arbeitsplan durch die Luft.

Allerdings – wer jetzt annimmt, dass er damit irgendeine Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist, wie man so schön sagt, ganz schön schief gewickelt. Man könnte meinen, im Übungsraum schwirren zumindest Maikäfer auf Schlittschuhen umher, oder es hat jemand verfrüht Weihnachtsbeleuchtung angebracht – so erstaunt gucken alle (jedoch nur die berühmt-berüchtigten Löcher) in die Luft.

Man sitzt es aus.

Irgendwann steht der Vorstand mit etwas rotem Kopf (Energiesparmaßnahme: Licht aus, er leuchtet!) vorne und hält die Klappe.

Na bitte – geht doch!

Hätte er sich aber denken können. Mitglieder sind dem Vorstand gegenüber IMMER im Vorteil: sie sind viele und haben die besseren Nerven, weil SIE NICHT vornestehen müssen und blöde angegafft werden.

Schließlich bleibt ihm nichts übrig, als die Übungsstunde zu schließen. Und frohgemut streben die Mitglieder dem gemütlichen Beisammensein zu, bei dem alles andere Thema ist als die kommende Kerwe – dafür ist noch laaaannngggeeee Zeit.

Denkste!

Schneller als gedacht ist die Kerwe da und der Arbeitsplan immer noch nicht voll. Was haben die Damen und Herren des Vorstandes nicht alles versucht: Appell an das Zusammengehörigkeitsgefühl, Hinweis auf die Ebbe in der Vereinskasse, Anruf bei sämtlichen noch einigermaßen rüstigen ‚Passiven‘ – und es ist jedes Jahr dasselbe – mit Ach und Krach und hohem Blutdruck seitens der Vorstände ist der Plan irgendwie voll und die Schichten besetzt.

Irgendwie finden sich auch wieder Leute, die aufbauen, einkaufen, Tische decken und so weiter und so fort.

Ohne die ‚Rentnergang‘ ginge hier gar nichts!

Schließlich ist es soweit – das Zelt steht, die Küche auch, Tische und Bänke sind vollzählig versammelt; ES kann losgehen! Was es denn auch tut, wenn auch schubweise, denn Beginn 18°° Uhr bedeutet bei den einen 17:30 Uhr und bei den anderen 18:30 Uhr – weil:  man hat gerade noch Tante Haumichblau getroffen und stell dir mal vor… womit es dann ruckzuck 19:00 Uhr ist und hoffentlich noch nicht viel zu tun.

Essensmäßig gibt es jedes Jahr das gleiche: Steak und Schnitzel mit Pommes oder Kartoffelsalat. Ist einfach, gut und es kann (so gut wie) nichts in die Hose gehen;

AUSSER…

Außer es sind ein paar Leute in der Schicht, die von Grillen und Frittieren nichts, aber auch rein gar nichts verstehen. Dann gibt es schon mal kokelige Schnitzel, matschige, fetttriefende Pommes und Steaks, mit denen man Schuhe besohlen kann.

Ich bin mit meinem GG ja auch immer bei solchen Festivitäten dabei und immer am Staunen, wie resistent manche Hausfrauen und sonstige Fachkräfte sind, wenn es darum geht etwas – ausnahmsweise mal - richtig zu machen.

Damit wir uns recht verstehen - damit will ich nichts gegen die Fähigkeiten von Hausfrauen als Köchin gesagt haben - manche haben da mehr drauf als ein Profikoch ... Aber es ist nun mal leider ein Riesenunterschied, ob ich Sonntags für 4 Männeken koche und mir Zeit lassen kann oder ob ich ein Zelt voll hungriger Kerwegänger bekochen muß. Da gelten halt schlicht und einfach andere Gesetze.

Preisfrage:

Was passiert in einer Pfanne mit Fett, wenn man Vollgas gibt und dann nichts reinlegt? –

Richtig! Das Fett kokelt und raucht die Küche mit viel Gestank voll!

Also – was passiert, wenn man die Fritteuse auf Vollgas stellt und man braucht keine Pommes oder Schnitzel?

Richtig! Das Fett kokelt und raucht – fällt aber nicht weiters auf, weil erstens sowieso alles nach heißem Pommesfett stinkt und sich  zweitens der Rauch im Küchenzelt  mehr oder weniger ‚verkrümelt‘;  weil Küchenzelt viiiel größer als Küche in normaler DreiRaumBude.

Das Gleiche gilt auch für den Steakgrill; manchen ist nicht zu vermitteln, daß „Viel nicht immer Viel hilft“ – hier ist weniger deutlich mehr. Aber was soll’s.

Es hat sich noch nicht überall herumgesprochen: Rauchendes Fett = Verbranntes Fett = Böses Fett!

Denn es stinkt nicht nur erbärmlich, sondern ist auch noch in höchstem Maße ungesund – Transfettsäuren! Die meistens Mama’s stehen deshalb – und das meist zu Recht -  Mc Kotz und Genossen skeptisch gegenüber,  aber bei solchen Gelegenheiten interessiert es keine Sau.

Aber Achtung – dreht man der Fritteuse den Gashahn runter, geht ein Aufschrei des Empörens durch das Küchenzelt: Die muß doch heiß sein, sonst brauchen die Pommes so ewig!!! Und wenn du denkst, du kannst den Kochprofis mit vernünftigen Argumenten kommen… No Chance!

Und das ist so schade - bei all der Mühe, dem Aufwand und dem Engagement das trotz allem von den freiwilligen Helfern geleistet wird. Denn die machen ja nicht aus Bosheit was falsch, sondern weil sie unsicher sind und es nicht besser wissen (wollen?).

Gottseidank sind noch einige Leute dabei, die wissen wo es lang geht. Aber leider fühlen sich davon die wenigsten angesprochen, wenn es darum geht, die, die es nicht so gut draufhaben, zu unterstützen. (Aber immerhin, es gibt sie!)

Nein!

Man kann doch niemanden belehren, sonst kommt er doch nicht mehr! 

Aber richtig herb wird es, wenn sich Leute so richtig wichtig machen - so nach dem Motto: Ihr habt ja alle keine Ahnung - DAS machen wir jetzt SO.

Oh Mann!

Diesmal hatten wir das Pech, so einen "Mister Wichtig" in der Schicht zu haben. Ausgerechnet in die Essensausgabe mußte er sich einmischen. Weil doch nichts rausging und die Leute weggelaufen sind!

Es war ein voller Erfolg: Anschließend konnte die Küchenmannschaft entspannt vespern, weil er die Bestellungen mehrfach weitergegeben hatte....

Ich habe gelernt, daß das Arbeitsmotto im Verein lautet:

Das haben wir schon immer so gemacht und so ist es gut und richtig.

SCHREI!

BRÜÜLLL!

FRUST!

Einzige mögliche Gegenmaßnahme:

Wenn man Schicht hat muß man sich beeilen, daß man morgens der erste an der Fritteusenfront ist; so hat man gute Chancen, wenigstens in dieser Schicht die neuralgischen Punkte zu besetzen ;-)

Es tröstet mich, daß wenigstens ein paar Mitglieder sich mal was sagen lassen  - Nämlich die, die noch nicht lange dabei sind und ein paar da sind, die einen Durchblick haben.

Ein Gedanke zum Schluß:

Gott sei Dank gibt es im Küchenzelt keinen Rauchmelder…

8.11.10 23:46
 


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