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Fortbildung tut NOT!!!

Jemand da, der den Unterschied zwischen „notwendig“ und „nötig“ nicht kennt?

Ja?

Na, da kann ich ab heute weiterhelfen!

Ich hatte nämlich heute Fortbildung – oder besser ausgedrückt – Auffrischung meiner diversen Kenntnisse in Bezug auf Deutsch und die „Go’s“ und „Absolutely NO Go’s“ bei der Formulierung einwandfreier und sämtlicher DIN Vorschriften genügender Korrespondenzen.

Bei uns werden seit neuestem neben speziellen fachlichen Fortbildungen auch solche „allgemeinerer“ Art angeboten.  Ich war zwar der Meinung, ich verstehe meinen Kram – aber erstens sieht es ja immer gut aus, wenn man sich weiter entwickeln will - - - und dann, weiß ich, wie man’s mal gebrauchen kann?

Also - anmelden.

Heute Morgen bin ich dann brav in den Konferenzraum marschiert und harrte der Dinge die da kamen. Als Dozent figurierte ein freundlicher älterer Herr, der als erstens wissen wollte, mit wem er es so zu tun hat.

Ich hatte das Vergnügen, die Vorstellungsrunde zu eröffnen (Weil ich wie immer ganz vorne saß, da will nämlich sonst keiner hin. Ich habe schon oft überlegt, ob die Angst haben, daß der Dozent beißt?!). Jedenfalls habe ich brav mein Sprüchlein wer ich bin und was ich hier will von mir gegeben, als der mich nach meiner Motivation, dieses Seminar zu besuchen, gefragt hat. Ich war gedanklich schon eins weiter und habe nicht gleich geantwortet, worauf prompt die Frage folgte, ob ich „freiwillig“ da sei oder mein Chef „mir den Besuch des Seminars nahe gelegt hätte“?

Darauf konnte es natürliche nur eine Antwort geben: FREIWILLIG!!!

Nachdem wir mit der gegenseitigen Vorstellerei und Motivationserkundung durch waren, begann der Ernst der „Deutschstunde“.

Nun muß ich dazu sagen, daß mein Schulbesuch schon so lange her ist, daß ich manchmal denke, das war in einem anderen Leben. Die Ausbildung, bei der ich Tippen und Briefeschreiben gelernt habe, ist auch schon ein Weilchen her.

Und dann – HALLO!

Wir hatten zumindest EINE Rechtschreibreform, die, wie ich leicht frustriert feststellen mußte, anscheinend voll an mir vorbei gelaufen ist.

Oder hat einer eine Ahnung, was das Partizip l und ll sind, die ABSOLUT nichts in einem modern formulierten Brief zu suchen haben? Oder was zum Teufel sind „Präfixe“?

Irgendwann in grauer Vorzeit habe ich das mal im Deutschunterricht gelernt, aber wie gesagt – irgendwie in einem anderen Leben.

Ich habe ganz schön auf dem Schlauch gestanden.

Und dann immer diese harmlosen Zwischenfragen…

Was ist daran falsch: Wenn ich das Wort so schreiben würde???

Ich war ja richtig froh, daß ich nicht allein ein Fragezeichen im Gesicht hatte.

Des Rätsels Lösung: Bei „Wenn“ darf „Würde“ nicht folgen, richtig heißt es: Wenn ich das Wort so schriebe.

Mann o Mann!

„Schriebe“ habe ich zuletzt in der Schule gehört. Im Dialekt heißt das wenn … würde.

Und in diesem Stil ging es weiter – zugegeben, es war hoch interessant, aber irgendwie kratzt das doch ganz schön am Ego.

Außerdem – das antiquierte Kaufmannsdeutsch, das ich mal vor wasweißich wie vielen Jahren gelernt habe – verwendet heute kein Mensch mehr, es ist „out“ und Geschichte!

 Heute schreibt man lebendig; ein Brief muß kundenorientiert sein, positiv geschrieben, den Leser ansprechen – und Fremdwörter sind tabu! Äh, nicht angebracht... Kleine Hilfestellung: Man schreibt, wie man spricht. (Na toll, da haben die Empfänger bei mir dann wenigstens was zu lachen). Allerdings unter Beachtung der AIDA und Thema-Rhema-Regel. Schon mal was davon gehört? Ich bis heute auch noch nicht.

Schön. Schön. Schön.

Übrigens, noch ein Unterschied: Wann heißt es Wörter und wann Worte?

Das Problem an der Sache ist nur, sooo einfach ist es dann doch wieder nicht, da es erstens eine Gesellschaft für deutsche Sprache und zweitens eine Deutsche Industrienorm gibt, die den Briefverkehr in Ausdruck und Aussehen penibel regelt. (Dazu dann nächste Woche mehr!)

Ich muß sagen, das „Kaufmannsdeutsch“  hat mir noch nie gefallen, aber – Briefe wurden nun mal so formuliert. Und mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch tatsächlich an – fast – alles.

Und wenn man sich an verdrehte Formulierungen gewöhnt hat, hört sich die „lebendige“ Schreibweise aber auch so was von „schief“ an.

Die Fortbildung bestand hauptsächlich aus dem „Auffinden“ zutreffender Formulierungen.

Was also, habe ich heute gelernt:

Man schreibt in Verben, verbannt alle Partizipien, schmeißt alles mit –ung, -heit und –keit raus, formuliert positiv (nach dem Motto: nicht sagen, der Mann schielt, sondern er sieht nur nicht gut), vermeidet ich und wir weitestgehend, baut keine Schachtelsätze und dass-Treppen … und damit steht einem ansprechenden Brief, der beim Adressaten – pardon – Empfänger gut ankommt, nichts mehr im Wege… außer meinen mangelhaften Kenntnissen der neuen deutschen Rechtschreibung vielleicht.

Zweiter Lernerfolg:

Ich werde mich schleunigst nach einem Deutsch Rechtschreibkurs umsehen.

Wie meinte Seller so treffend?: „Deutsche Sprach – schwer Sprache, kaufst du dich Päckchen Deutsch, hat mich auch gehilft!“

6.10.10 21:27
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


öhm (7.10.10 07:42)
ja, das liebe deutsch und die unsinnige rechtschreibreform. wobei, wollen wir eine lanze brechen: sie ist gar nicht sooo vielfältig und tiefgründig, als dass du die nicht auch im privaten gelernt bekämest.
vermutlich sind jetzt die begriffe partizip und präfix klar;-)und wären wir nicht die deutschen, wenn nicht aus allem eine wissenschaft entstünde?
manchmal einfach nur hinderlich.

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