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Was bleibt von mir im www, wenn ich gehe?

Ich muß vorausschicken, daß ich im Moment sowohl meinen "Melancholischen" als auch meinen "Philosophischen" habe.

Angefangen hat das Ganze damit, daß ich in einem meiner vielen Newsletter die so jeden Tag bekomme, die Aufforderung:

"Machen Sie Ihr digitales Testament!"

fand. 

Ähm?

Ich kam beim Weiterlesen dann schon ganz schön ins Grübeln:

Jeder Account - auch der hier - geht in die Erbmasse ein, wenn man die schönste aller Welten verlassen muß. Und die Erben haben dann u. U. ein ziemliches Problem an der Backe, weil man - um zu wissen, was man kündigen muß - auch wissen muß, daß man was kündigen muß.

Ganz schön kompliziert.

Wobei - wenn das kostenlose Accounts sind, macht das ja im Prinzip nichts aus, ob er weiterläuft oder nicht; aber was ist mit Accounts, wo die Betreiber Knete haben wollen? (Zum Beispiel irgendwelche Zocker- oder Pfui!seiten?)

Wie gesagt, ich kam ins Grübeln.

Irgendwie haben die schon recht: Was bleibt von MIR, wenn meine Zeit heute abgelaufen ist? Welche Spuren habe ich - zum Beispiel im WWW hinterlassen? Lassen die sich so einfach tilgen oder liest irgendeiner in hundert Jahren das, was ich hier so verzapfe?

Werde ich dann irgendwann "relativ unsterblich" sein?

Wenn ich so darüber nachdenke:

Es gibt Persönlichkeiten, die sind tatsächlich "unsterblich" - ihr Andenken, ihr Wirken, ihre Werke, Ideen, Erfindungen, Entwürfe, Äußerungen, Bücher, Geschichten, Skandale, Wohltaten und, und, und werden von ihren Zeitgenossen und den folgenden Generationen immer und immer wieder erinnert - zum Kotzen, daß damit allerdings auch so ein Typ wie der Österreicher die relative Unsterblichkeit erlangt hat. 

Wer weiß heute noch, daß viele unserer geflügelten Worte aus Schiller's Glocke oder Goethe's Faust stammen?

Und ich - wie unsterblich "mache" ich mich?

Der Anstoß war die Aufforderung "Machen Sie Ihr digitales Testament!" und dann wollte ich es wissen:

Wie weit bin ich eigentlich im www verbreitet - und habe beim "Großen Bruder" den eigenen Namen gegoogelt.

WOW

Ich stellte erstaunt fest, daß immer noch Teile einer alten Webseite erscheinen und aktiv sind, obwohl die Seite bereits seit ZWÖLF Jahren nicht mehr existent ist.

Ich war ehrlich erschüttert, wie viele Spuren ich bis jetzt - und zwar ohne es teilweise zu wissen - bereits hinterlassen habe. Und zwar auch Dinge und Informationen, die ICH nie unter meinem Nahmen preisgegeben hätte.

Im www wird dadurch ein Bild von mir vermittelt, das mir streckenweise garnicht gefällt und was mir am meistens stinkt ist - ich kann dieses Bild nicht mehr revidieren, weil: Ich werde die Informationen garnicht mehr los, ich kann sie nicht mehr tilgen weil ich nicht weiß WER diese Informationen "heruntergeladen" und damit meinem Zugriff und Einfluß entzogen hat. 

Mir ist vor allem klar geworden, WIE leichtsinnig ich bisher mit Daten und Informationen über mich umgegangen bin - eine Rabattkarte hier - ein Infoaccount da - Anmeldung zum Newsletter, zur Community - hier ein Kommentar, da ein Bildchen... 

Mit Schaudern stell ich mir folgendes Szenario vor:

Ach guck mal, auf dem Bild bin ja ich - hat doch einer die Bilder von der letzten Party hochgeladen und dann auch noch mit Namen und Verlinkungen versehen. War schon eine lustige Sache.

Toll!

Toll???

Was ist, wenn ein lieber Freund mich mit dem Bild im Kollegen- oder Freundeskreis bloßstellt, weil ich doof aus der Wäsche gucke? Oder versucht mich zu erpressen, oder mit dem Bild anderweitig Schindluder treibt?

Kann mich das den Arbeitsplatz kosten - oder andere negative Auswirkungen für mich haben?

Nicht, daß ich ein schlechtes Gewissen hätte oder mir etwas "zuschulden" hätte kommen lassen - aber WAS ist, wenn jemand  meine leichtsinnig preisgegebenen Daten  "frisiert" und das dann im www verbreitet?

Will ich unter diesen Umständen dann überhaupt unsterblich sein?

Mein Fazit ist:

Daten- und Persönlichkeitsschutz - fängt bei mir selbst an - und hier gilt:

VORSICHT IST DIE MUTTER DER PORZELLANKISTE!!!

 und ich werde in Zukunft viel, viel sorgfältiger in "sogenannten öffentlichen Räumen" umgehen als bisher.

Ich will schließlich nicht als Kellerassel wiedergeboren werden, nur weil ich mit meiner Sorglosigkeit im Umgang mit modernen Medien soviel mieses Karma gesammelt habe, daß es für die nächsten zwanzig Leben reicht.

 

 

 

28.9.10 18:58
 


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