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Über

Wer ich bin?

Ich bin: nicht immer souverän im Auftritt, meist wortgewandt und schlagfertig, leider nicht sehr diplomatisch, ein fröhlicher Mensch und -  außerdem fehlen mir für mein Idealgewicht mindestens 18 cm (oder waren es 20?!)

Darüber hinaus bin ich lustig und liebenswert, habe eine große Portion Humor und nehme am liebsten mich selbst auf den Arm und lache gerne, viel und laut.

Meine Sprüche die ich so drauf habe sind Legende und werden gerne von anderen kopiert - ich bin halt manchmal ein echter Kasper - habe aber auch durchaus eine ernste Seite  (und Wehe wenn sie losgelassen!)

Ich habe eine Kreativhöhle, in der ich mich kreativ richtig schön austoben kann - hier entstehen meine Bärenbilder, Strandansichten, Holzfiguren und und und - - Phantasie ist mein zweiter Vorname  

Ich liebe alles was interessant ist und man lesen kann - und langsam geht mir der Platz für meine Bücher aus - aber ich kann mich halt so schlecht von einem trennen.

Lesen ist für mich das ab- und eintauchen in eine andere Welt; wenn ich lese vergesse ich die Zeit und alles um mich herum - ich 'lebe' die Geschichte. Und ich bringe es bei einem spannenden Buch auch ohne weiteres fertig, zweihundert Buchseiten in einem Rutsch zu lesen. (Die Päpstin hatte ich in zwei Tagen durch)

Langweilig ist mir nie.

Ansonsten habe ich von vielem Ahnung, weil mich alles brennend interessiert (damit ist kein Klatsch gemeint!!!) was mit Natur, Medizin, Psychologie und mit Technik zu tun hat -- Wie funktioniert das, oder Oma forscht -- und selbstverständlich zu allem eine Meinung; und zwar eine EIGENE.

Leute, die "heute so und morgen so und übermorgen anders" meinen, sind mir ein absoluter Graus.

Ich bin gefürchtet, weil ich auch mal ungeschminkt das sage, was Sache ist ... und zwar ungefiltert, weil unangenehme Dinge dazu da sind, daß man sie gelegentlich mal ausspricht - was in unserer Spaßgesellschaft allerdings nicht immer geschätzt wird - es macht mehr Spaß, dem Bären hintenrum den Pelz zu waschen.

Ich bin aber auch verletzlich, unsicher und schüchtern, wobei DAS keiner glaubt. Ich kompensiere vieles mit meiner großen Klappe, hinter der ich mich - wie ich im Laufe der Zeit gelernt habe - prima verstecken kann (was ich denn auch ausgiebig tue).

Außerdem hat mich der liebe Gott mit Grips, geraden Gliedern, einem liebevollen Lebenspartner und gesunden Kindern gesegnet und dafür bin ich dankbar.

 

 

 

Alter: 59
 

Ich mag diese...
Menschen: mitRückgrat, Ecken und Kanten, die ehrlich ihre Meinung sagen und vor allem eine eigene Meinung haben. Mit denen man leidenschaftlich diskutieren kann und die nicht beleidigt sind, wenn es mal heftiger wird.
Leute: die Sinn für schrägen Humor haben und herzlich lachen können.



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Blog

Trau - schau - wem!

Der BSSD - Betriebsschutz in Deutschland - informiert:

 

Eine Gruppe internationaler Top-Agenten sind im Zuge der Europäischen Erweiterung im Auftrag der östlichen Wirtschaft in unser Land eingesickert und unterwandern durch subversive Aktionen gezielt die Moral und Solidarität  in Bundesdeutschen Betrieben.

 

Es handelt sich hierbei um die im folgenden beschriebenen Agenten:

 

 

Deckname

Besondere Kennzeichen

 

 

 

1

 

 

 

Monsieur Poseur

Daran zu erkennen, dass er im Laufschritt, meist mit Telefon am Ohr und äußerst wichtiger Miene über das Werksgelände von einer „Katastrophe“ zur nächsten eilt; wobei nicht ersichtlich ist, wie er diese beheben will, da er meist kein geeignetes Werkzeug mit sich führt.

Durch geschickte Argumentation weiß er der Obrigkeit bei der regelmäßigen Berichterstattung zu versichern, dass nur sein schnelles und fachkundiges Eingreifen größeren Schaden vom Betrieb abwenden konnte.

 

 

2

 

 

Mister Oversee

Sammelt unablässig Informationen über tatsächliches und/oder vermeintliches Fehlverhalten und/oder fehlerhaft ausgeführte Arbeiten, um die Obrigkeit umgehend darüber zu informieren. Damit diese schnell reagieren kann, liefert er die entsprechende, also seine, Interpretation des Vorfalls gleich mit.

 

 

 

3

 

 

 

Monsieur Fanfaron

Er weiß glaubhaft zu versichern, dass er sich in fast allen Fachbereichen des Betriebes auskennt, sorgt geschickt dafür, dass die entsprechenden Fach-Mitarbeiter die Arbeiten korrekt ausführen und informiert die Obrigkeit über seine hervorragende Arbeitsleistung.

Darüber hinaus versteht er meisterhaft, unvorhergesehene Schwierigkeiten, fehlerhafte Ausführung oder nicht vollständig gelöste Probleme seinen Kollegen zuzuschreiben.

 

 

 

 

4

 

 

 

 

Mister Lache

Streut gezielt vermeintlich wahre Informationen über Interna seiner und anderer Abteilungen in nahezu allen Betriebsabteilungen mit dem Ziel, Mitarbeiter dieser Sparten für seine Zwecke einzusetzen und die Mitarbeiter gegen einander auszuspielen.

Dabei schreckt er auch nicht vor Berichten oder unflätigen Bezeichnungen über die für ihn zuständige Obrigkeit  und Kollegen aller Abteilungen zurück; dabei beklagt er sich meist über ihm angeblich oder tatsächlich widerfahrenes Unrecht und versucht, Mitleid bei seinen Gesprächspartnern zu erwecken.

 

5

 

Monsieur Noircir

Sorgt unauffällig durch geschickt bei der Obrigkeit platzierte Berichte über vermeintliche oder tatsächliche Fehler seiner Kollegen dafür, dass die Beurteilung deren Leistung durch diese Institution zu persönlichen Nachteilen führen.

 

6

 

Mister Norules

Versucht durch den Hinweis auf besonders schwierige oder  schlimme persönliche  Verhältnisse – z. B. Kinder, Krankheit, Eheprobleme usw. – Vorteile bei der Gewährung von Vergünstigungen in Form von Finanziellen Vorteilen oder Freizeit/Urlaub zu erlangen.

 

 

Mehrere Vorfälle in den letzten Monaten haben gezeigt, dass die Mitglieder dieser Gruppe eng zusammenarbeiten und es meisterhaft verstehen, unauffällig zu agieren. Darüber hinaus verstehen diese Agenten es den Eindruck höchster Motivation zu erwecken und damit das Vertrauen der Obrigkeit zu erlangen.

Es wurde einigen Mitarbeitern in den betroffenen Betrieben übel mitgespielt, ohne dass diese die Möglichkeit zu einer Richtigstellung erhielten.

 

Der BSSiD rät daher:

 

Ergreifen Sie Präventionsmaßnahmen!

 

Schützen Sie sich und Ihre Kollegen vor dieser Agentengruppe indem Sie bei Anzeichen subversiver Einflüsse auf Ihre Abteilung Einigkeit und Solidarität beweisen und die für Sie zuständige Obrigkeit gemeinsam und rückhaltlos über diese Einflüsse oder Vorkommnisse informieren!

26.11.10 01:45


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Auszugstag – Raus hier! Oder My home is meine Burg!

Also – ich weiß ja nicht wie das bei euch so ist; aber meine Mitbewohner suche ich mir immer noch selbst aus!

So ein legaler Mitbewohner ist neben meinem GG unsere rote Pelznase.

Allerdings – die Mitbewohner, die sich diesen Sommer bei uns breitmachen wollten – gegen diese illegale Einwanderung kann Frau nur schwerstes Geschütz auffahren…

Und dabei hat alles soooo harmlos angefangen.

Nach den ersten heißen Sommertagen hingen mein GG und ich abends ziemlich groggy auf der Couch und haben uns berieseln lassen. Unser Herr Kater lag pennend daneben.

Friede…

Aber leider hielt der nicht lange.

Plötzlich riß es unseren Kater hoch, ein Satz auf das Sideboard und gespannte Aufmerksamkeit in Richtung Zimmerdecke.

Dumm war nur, daß er sich beim Springen meine Oberschenkel als Sprungbrett ausgesucht hatte und nun hatte ich ein paar heftige Kratzer auf denselben. Klar, daß ich not amused darüber war – brennt so schön.

Unseren Herrn Kater scherte das allerdings nicht. Unbeeindruckt von meinem Geschimpfe sah er weiter zur Decke und schien zu überlegen, wie er da hochkäme.

Dieses Spielchen wiederholte sich ein paar Tage lang, ohne daß wir wußten, was für Geister er da jagte. Irgendwie beschlich uns schon das Gefühl: Der will uns dressieren! Weil – Katzen haben nun mal ihren eigenen Kopf und wer hört schon auf sein Personal – äh, Dosenöffner?

Doch irgendwann hörten wir dann auch was – es „kratzte“ irgendwas in unserer Decke. Nun muß ich dazu sagen, daß das Haus in dem wir leben sozusagen eine Ururgroßoma ist – es hat nämlich seine hundert Jahre schon auf den Ziegeln und hat, wie es damals so üblich war, eine Holzbalkendecke.

Und im Zuge des Energiesparwahns haben wir die Geschoßdecke gedämmt und mit Pannelen abgehängt (Damit die Steinwolle oben bleibt.)

Der erste Impuls: Scheiße – Mäuse!

Von wegen Otto!!! Es waren … geflügelte „Mäuse“ mit gelb-schwarzen Ringelhosen… WESPENALARM!

Die Wespenmama war fleißig gewesen und hatte die erste Generation ihrer Kinderchen aufgezogen, die sich jetzt ausgerechnet unser Wohnzimmer als Ausflugschneise ausgesucht hatten.

Ogottogottogott!

In Scharen machten die aufdringlichen Piekser unser Wohnzimmer unsicher – vor der Glotze abhängen war da nicht mehr drin! Da hilft nur eins: 112, da kriegst du geholfen.

Der Typ von der Feuerwehr hat erst gedacht, wir würden ihn veralbern.

Ein Wespennest in einer abgehängten Holzdecke – wie soll denn das gehen?

Keine Ahnung – die Brut hockt da halt drin!

Aha.

Und öh – wie viele sind unterwegs?

TAUSENDE! (mindestens)

Ja, da können wir aber nichts mehr machen!

-??

Sie müssen halt so lange aus dem Wohnzimmer draußen bleiben; bis die Wespensaison rum ist!

Öh – geht’s noch?

Schließlich kam er doch noch - der Herr Feuerwehrmann war neugierig; weil sowas – sowas hat er in seiner langen, langen Laufbahn bei der freiwilligen Feuerwehr noch nicht gehabt – DAS mußte er sich nun doch mal ansehen!

Er kam, sah – und packte eine Riesendose Wespenvernichtungsspray mit. Gemeinsam mit meinem GG bohrte er ein Dutzend Löcher in die Pannelen und „impfte“ die Decke ausgiebig.

Und siehe da – es wurde still…

Nicht zuletzt, weil ich von dem Zeug Kopfweh gekriegt habe und mich eine Woche aus dem Wohnzimmer raushalten mußte. Mein GG hat nicht drauf reagiert – komisch, sonst ist er doch immer so empfindlich! – und hat es genossen, eine Woche lang der Herr der Fernbedienung zu sein.

Der Flugverkehr hörte auch allmählich auf – ab und zu tauchte noch mal ein Flugobjekt auf (die machten allerdings einen schwer besoffenen Eindruck)

Puuh – es war uns nicht unrecht, daß es dieses Jahr keinen sooo heißen Sommer gab; sonst wären wir nicht so glimpflich davon gekommen.

Am Wochenende war es jetzt soweit – Auszugstag für illegale Einwanderer und Mitbewohner!

Der Feuerwehrfuzzi hatte nach Geräuschanalyse geschätzt, daß die Wespenburg eine Ausdehnung von ungefähr einem bis eineinhalb Quadratmeter hätte; was bedeutet: Viiiel Arbeit! Denn nicht nur die Decke ist gedämmt – nein, auch die Außenwand.

Alles muß runter – und dann auch wieder drauf! (Stöhn) Ich wollte gar nicht dran denken, wie lange wir beim Drannageln gebraucht hatten; so gerade sind die Wände und die Decke nun auch wieder nicht.

Aber es hilft ja alles nichts.

Vorsichtig wie die Igel haben wir uns ans Werk gemacht.

Mein lieber Herr Gesangsverein!

Es hat uns gegraust.

Nicht nur, daß so ungefähr zweihundert Leichen beim Pannele-Wegmachen runtergefallen sind; in jeder Ritze haben die Viecher gesteckt! Der Hammer war die Elektroverteilerdose – die war voll bis zum Rand.

Und gemeinerweise mußten die Biester auch noch zum Gotterbarmen stinken: nach vergammeltem Honig und alten Käs-Fuß-Socken.

BÄÄÄÄH!

Zum Abgewöhnen – ich habe die Duftnote immer noch in der Nase.

Die halbe Wand- und Deckenfläche später hatten wir  uns dann zur Wespenburg vorgearbeitet und dabei festgestellt, daß die Geschoßdecke hohl ist  – und das Nest schon ziemlich alt war. Dreistöckig und pro Wabe fünfunddreißig auf dreißig Zentimeter groß.

Und nur, weil wir die Decke gedämmt haben, konnten die Wespen aus der hohlen Decke raus – die Biester haben sich durch ein Dübelloch gefressen und sind dann in den Rillen auf der Rückseite der Pannelen rumspaziert – das war das „Kratzen“, was wir gehört hatten.

Bei der Inspektion der Decke haben wir dann noch drei kleine Nester gefunden, die wir auch gleich rausgeworfen haben. Mittels zwei großen Dosen Bitumen Dachdichtmasse hat mein GG sämtliche sicht- und erreichbare Löcher und Ritzen zugekleistert – die kommen hier nicht mehr rein!

Nach zwei Tagen waren wir mit dem Wieder -Drannageln dann fertig – hoffentlich war das die letzte Aktion dieser Art.

Ich habe mich bei höherer Instanz auch schon herzlich bedankt und ein großes Kerzchen angezündet – das hätte nämlich auch anders ausgehen können.

Eins steht jedenfalls fest – bei der nächsten Dämmaktion gucken wir VORHER in die Decke!

9.11.10 00:57


Heia Arbeitseinsatz – Kerwe im Dorf!

Hurra, es ist wieder einmal soweit --- Kerwezeit! (reimt sich sogar, und was sich reimt ist gut!)

Alle Jahre wieder kommt – nein, nicht das Christkind – die Kerwe nach dem Herbsten.

Für alle, die nix mit Ackerbau und Viehzucht am Hut haben: damit ist die Ernte von allem, was zu dieser Zeit noch auf Äckern und Bäumen zu finden ist, gemeint. Zum Beispiel die Apfelernte oder auch die Weinlese.

Man kann endlich wieder durch schnaufen; hat man doch Scheuer und Faß gefüllt und wenn es jetzt regnet oder schneit, juckt das keinen mehr – das (meist schlechte) Wetter kann dem Grünzeug nichts mehr anhaben.

Und natürlich muss man den Erfolg begießen und so lautet das Motto: wir machen PARTY äh… KERWE!!!!

Die Kerwe ist für darüber hinaus für alle Vereine im Dorf die Möglichkeit, sich von der besten Seite zu zeigen; und Werbung in eigener Sache zu betreiben – vielleicht findet sich ja das eine oder andere Mitglied.

Aber die Hauptsache ist: CASH! Für die Vereine ist das DIE Gelegenheit, die durch schmalen Beitrag ebenso schmalen Vereinskassen im wahrsten Sinne des Wortes aufzufüttern.

Allerdings gibt es da einen klitzekleinen Haken bei der Geschichte – die meisten Vereine haben nicht nur Geld- und Nachwuchssorgen; nein, es gibt auch immer weniger ‚alte‘ Mitglieder, die dazu bereit sind, acht Stunden und mehr für die gute Sache und im Schichtbetrieb – selbstredend -  unentgeltlich zu arbeiten.

Aufbau, Abbau, einkaufen, grillen, spülen, bedienen …

Und da die Kerwe jedes Jahr zur gleichen Zeit ist, findet auch jedes Jahr das gleiche Theater statt:

WER baut auf, ab, grillt, spült, kauft ein…

Wobei - zum Bedienen findest du immer einen, denn die kriegen CASH.

Und so fängt denn auch pünktlich nach Ende der Sommerferien der Tanz an: in der ersten Stunde wird freundlich vom Vorstand daraufhin gewiesen, dass die allseits beliebte Kerwe auch in diesem Jahr wieder stattfindet.

Interessierte Mienen.

Der Vorstand versäumt auch nicht, gleich hinterher zu schieben, dass der Arbeitsplan am Ausgang bereit liegt und die geschätzten Mitglieder doch bitte nicht vergessen sollen, sich für die einzelnen Schichten einzutragen.

Der Gesichtsausdruck der Anwesenden ändert sich schlagartig: MICH kann der doch NICHT meinen.

Und damit sind die Kampfhandlungen eröffnet…

Denn der Vorstand ‚übersieht’ nicht nur souverän, dass sich kein Mitglied angesprochen fühlt; neeeiiinn – er setzt auch noch einen drauf und wedelt wild mit besagtem Arbeitsplan durch die Luft.

Allerdings – wer jetzt annimmt, dass er damit irgendeine Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist, wie man so schön sagt, ganz schön schief gewickelt. Man könnte meinen, im Übungsraum schwirren zumindest Maikäfer auf Schlittschuhen umher, oder es hat jemand verfrüht Weihnachtsbeleuchtung angebracht – so erstaunt gucken alle (jedoch nur die berühmt-berüchtigten Löcher) in die Luft.

Man sitzt es aus.

Irgendwann steht der Vorstand mit etwas rotem Kopf (Energiesparmaßnahme: Licht aus, er leuchtet!) vorne und hält die Klappe.

Na bitte – geht doch!

Hätte er sich aber denken können. Mitglieder sind dem Vorstand gegenüber IMMER im Vorteil: sie sind viele und haben die besseren Nerven, weil SIE NICHT vornestehen müssen und blöde angegafft werden.

Schließlich bleibt ihm nichts übrig, als die Übungsstunde zu schließen. Und frohgemut streben die Mitglieder dem gemütlichen Beisammensein zu, bei dem alles andere Thema ist als die kommende Kerwe – dafür ist noch laaaannngggeeee Zeit.

Denkste!

Schneller als gedacht ist die Kerwe da und der Arbeitsplan immer noch nicht voll. Was haben die Damen und Herren des Vorstandes nicht alles versucht: Appell an das Zusammengehörigkeitsgefühl, Hinweis auf die Ebbe in der Vereinskasse, Anruf bei sämtlichen noch einigermaßen rüstigen ‚Passiven‘ – und es ist jedes Jahr dasselbe – mit Ach und Krach und hohem Blutdruck seitens der Vorstände ist der Plan irgendwie voll und die Schichten besetzt.

Irgendwie finden sich auch wieder Leute, die aufbauen, einkaufen, Tische decken und so weiter und so fort.

Ohne die ‚Rentnergang‘ ginge hier gar nichts!

Schließlich ist es soweit – das Zelt steht, die Küche auch, Tische und Bänke sind vollzählig versammelt; ES kann losgehen! Was es denn auch tut, wenn auch schubweise, denn Beginn 18°° Uhr bedeutet bei den einen 17:30 Uhr und bei den anderen 18:30 Uhr – weil:  man hat gerade noch Tante Haumichblau getroffen und stell dir mal vor… womit es dann ruckzuck 19:00 Uhr ist und hoffentlich noch nicht viel zu tun.

Essensmäßig gibt es jedes Jahr das gleiche: Steak und Schnitzel mit Pommes oder Kartoffelsalat. Ist einfach, gut und es kann (so gut wie) nichts in die Hose gehen;

AUSSER…

Außer es sind ein paar Leute in der Schicht, die von Grillen und Frittieren nichts, aber auch rein gar nichts verstehen. Dann gibt es schon mal kokelige Schnitzel, matschige, fetttriefende Pommes und Steaks, mit denen man Schuhe besohlen kann.

Ich bin mit meinem GG ja auch immer bei solchen Festivitäten dabei und immer am Staunen, wie resistent manche Hausfrauen und sonstige Fachkräfte sind, wenn es darum geht etwas – ausnahmsweise mal - richtig zu machen.

Damit wir uns recht verstehen - damit will ich nichts gegen die Fähigkeiten von Hausfrauen als Köchin gesagt haben - manche haben da mehr drauf als ein Profikoch ... Aber es ist nun mal leider ein Riesenunterschied, ob ich Sonntags für 4 Männeken koche und mir Zeit lassen kann oder ob ich ein Zelt voll hungriger Kerwegänger bekochen muß. Da gelten halt schlicht und einfach andere Gesetze.

Preisfrage:

Was passiert in einer Pfanne mit Fett, wenn man Vollgas gibt und dann nichts reinlegt? –

Richtig! Das Fett kokelt und raucht die Küche mit viel Gestank voll!

Also – was passiert, wenn man die Fritteuse auf Vollgas stellt und man braucht keine Pommes oder Schnitzel?

Richtig! Das Fett kokelt und raucht – fällt aber nicht weiters auf, weil erstens sowieso alles nach heißem Pommesfett stinkt und sich  zweitens der Rauch im Küchenzelt  mehr oder weniger ‚verkrümelt‘;  weil Küchenzelt viiiel größer als Küche in normaler DreiRaumBude.

Das Gleiche gilt auch für den Steakgrill; manchen ist nicht zu vermitteln, daß „Viel nicht immer Viel hilft“ – hier ist weniger deutlich mehr. Aber was soll’s.

Es hat sich noch nicht überall herumgesprochen: Rauchendes Fett = Verbranntes Fett = Böses Fett!

Denn es stinkt nicht nur erbärmlich, sondern ist auch noch in höchstem Maße ungesund – Transfettsäuren! Die meistens Mama’s stehen deshalb – und das meist zu Recht -  Mc Kotz und Genossen skeptisch gegenüber,  aber bei solchen Gelegenheiten interessiert es keine Sau.

Aber Achtung – dreht man der Fritteuse den Gashahn runter, geht ein Aufschrei des Empörens durch das Küchenzelt: Die muß doch heiß sein, sonst brauchen die Pommes so ewig!!! Und wenn du denkst, du kannst den Kochprofis mit vernünftigen Argumenten kommen… No Chance!

Und das ist so schade - bei all der Mühe, dem Aufwand und dem Engagement das trotz allem von den freiwilligen Helfern geleistet wird. Denn die machen ja nicht aus Bosheit was falsch, sondern weil sie unsicher sind und es nicht besser wissen (wollen?).

Gottseidank sind noch einige Leute dabei, die wissen wo es lang geht. Aber leider fühlen sich davon die wenigsten angesprochen, wenn es darum geht, die, die es nicht so gut draufhaben, zu unterstützen. (Aber immerhin, es gibt sie!)

Nein!

Man kann doch niemanden belehren, sonst kommt er doch nicht mehr! 

Aber richtig herb wird es, wenn sich Leute so richtig wichtig machen - so nach dem Motto: Ihr habt ja alle keine Ahnung - DAS machen wir jetzt SO.

Oh Mann!

Diesmal hatten wir das Pech, so einen "Mister Wichtig" in der Schicht zu haben. Ausgerechnet in die Essensausgabe mußte er sich einmischen. Weil doch nichts rausging und die Leute weggelaufen sind!

Es war ein voller Erfolg: Anschließend konnte die Küchenmannschaft entspannt vespern, weil er die Bestellungen mehrfach weitergegeben hatte....

Ich habe gelernt, daß das Arbeitsmotto im Verein lautet:

Das haben wir schon immer so gemacht und so ist es gut und richtig.

SCHREI!

BRÜÜLLL!

FRUST!

Einzige mögliche Gegenmaßnahme:

Wenn man Schicht hat muß man sich beeilen, daß man morgens der erste an der Fritteusenfront ist; so hat man gute Chancen, wenigstens in dieser Schicht die neuralgischen Punkte zu besetzen ;-)

Es tröstet mich, daß wenigstens ein paar Mitglieder sich mal was sagen lassen  - Nämlich die, die noch nicht lange dabei sind und ein paar da sind, die einen Durchblick haben.

Ein Gedanke zum Schluß:

Gott sei Dank gibt es im Küchenzelt keinen Rauchmelder…

8.11.10 23:46


Innerbetriebliche Kommunikation - wir LIEBEN sie!!!

Kennt jemand den:

Ein Mann ein Wort, eine Frau ein WÖRTERBUCH?

Oder –

auch beliebt: Weibern muß man(n) das Maul extra totschlagen, wenn sie heute mal gestorben sind…

Naja.

Solche Platitüden stammen garantiert von irgendwelchen Sackträgern, die nicht in der Lage sind, zwei Worte sinnvoll miteinander zu verknüpfen und deren Beitrag zu einer Unterhaltung aus HÄ?, KANN SEIN, WEISS NICHT,  IST NOCH BIER IM KÜHLSCHRANK und PSSSSST – SPORTSCHAU LÄUFT besteht.

Diese überragende Art der Konversation bestätigt anscheinend das alte Vorurteil, daß Frauen deshalb gut gebaut und hübsch – aber bitte bitte nicht klug – sein sollen, weil MANN besser gucken kann als denken ??!

Nur weil im Oberstock kein Licht brennt, ist man(n) noch lange nicht COOL.

Zugegeben – bei solcherlei Kommunikation ist frau manchmal richtig froh, wenn man(n) sie nicht zutextet.

Gottseidank habe ich mit meinem GG in dieser Beziehung das ganz große Los gezogen – wir unterhalten uns immer noch so viel und interessant wie zu Anfang unserer Beziehung, wo wir ganze Nächte durch gequatscht haben; über Gott und die Welt, interessante philosophische Betrachtungen genauso angestellt haben wie hitzige und leidenschaftliche Diskussionen über Politik oder das Liebesleben der Maikäfer.

Und dann – mein GG hat einen genauso herrlich schrägen Humor wie ich und liebt (und macht) hintergründige Sprüche, die man halt so oder so verstehen kann…

Mein GG ist halt einfach cool!

Aber was richtig, richtig übel ist, ist ein Kerl, der das Maul nicht halten kann und der anscheinend den lieben langen Tag immer wieder mal ‚5 Minuten findet‘ um das geneigte Publikum mit sozusagen druckfrischen  NEUIGKEITEN zu versorgen – wenn frau dem, wie es auf neudeutsch so schön heißt ‚feedback‘ aus anderen Abteilungen trauen kann.

Ich gebe es ja zu: ein bißchen Tratsch ist nicht zu verachten – es macht schon Spaß, so Ab und An einem anderen hinter dessen Rücken denselben zu waschen.

Manchmal bin ich schon eine Lästerschwester – aber ehrlich, nur eine ganz klitze-klitze-kleine und … aber bitte mit Stil und Hirn!!!!! Es gibt nichts Schlimmeres als tumbes Hergeziehe und plumpe zweideutige Sprüche (die leider meist ziemlich eindeutig sind) auf dem Niveau einer Küchenschabe. – Wobei, sooo dumm können die ja eigentlich gar nicht sein, denn sonst würden die nicht in Scharen die chemischen Keulen überleben, die die Krone der Schöpfung seit Jahrzehnten freizügig schwingt um die unbeliebten Krabbler endlich und endgültig loszuwerden.

Egal.

Auf jeden Fall bin ich mit einem solchen Typen gestraft – frei nach dem Motto: hast du liebe Bekannte / Kollegen / Freunde etc, dann freue dich; … denn dann brauchst du KEINE Feinde!

Es nervt! Er nervt! Bitte einen großen Kübel mit EISWASSER!!!

Gretchenfrage: wofür bekommt man Gehalt?

..?!

… Keine Ahnung?

Kleine Hilfe: Pflichten aus dem Arbeitsvertrag!

…?!

… Immer noch keine Ahnung?

Noch ein Hinweis: Erledigung von Aufgaben!

…? …!!!

Aha, es hat geklingelt.

Leider ist aber der Akku von dem Wecker ziemlich schwach, denn die Erkenntnis hält leider nicht mal einen ganzen Tag vor.

Um mal eines ganz klar zu sagen: Ein Betrieb ist ein Uhrwerk, wo ein Rädchen ins andere greifen muß, damit die Zeit richtig angezeigt werden kann. Und das funktioniert nur, wenn die Rädchen die richtige Übersetzung haben und in der Größe zueinander passen.

Weniger abstrahiert: achtundneunzig Prozent des Erfolges basieren darauf, dass man mit seinen Kollegen gut ‚kann‘; sich also versteht und dazu gehören auch einmal eine private Bemerkung oder ein bißchen Smalltalk; oder noch anders ausgedrückt: ohne persönliche Beziehung läuft nichts.

Wie war das doch gleich: Eine Hand wäscht die andere – wobei entweder beide schmutzig werden oder man alle anderen einseift.

Noch ‚nen Spruch: Gemeinsam sind wir unausstehlich!

Aber um es ganz deutlich zu sagen: die Betonung auf dem ausleben der persönlichen Beziehung im Betrieb liegt unzweifelhaft auf AUCH EINMAL und nicht täglich überwiegend!

Ein Schwabe würde das so ausdrücken: Jetza - Mach norre Kerle und halt dei‘ Maul, du wirscht da net für’s schwätze g’zahlt, sondern für’s schaffe!

Aber irgendwie – manche lernen’s nie.

In Zeiten von fast ausschließlich befristeten Arbeitsverträgen sollte man es sich zweimal überlegen (sofern man noch in der Befristung ist), ob man ALLE Betriebsangehörigen an Freud und Leid seines Lebens, der Ehe oder sonstigen Unbillen teilhaben läßt.

Wohlgemerkt: Noch hat keiner von uns einen Strichcode auf dem Arsch und einen Schalter am Hals – noch sind wir fühlende Wesen, die ab und zu ein emotionales Ventil brauchen; und da wir so ungefähr dreiviertel unserer ‚wachen‘ Zeit (das sind immerhin fünfundsiebzig Prozent) bei der Arbeit verbringen, platzt der emotionale Kessel, der neben Beziehungsstreß und Ärger mit dem Finanzamt auch Theater mit dem Vermieter, Zoff mit den lieben, pubertierenden Kleinen (um mal eine Auswahl zu nennen) enthält,  meist unweigerlich auch dort. Das weiß jeder und es hat auch niemand was dagegen, sofern es sich im normalen Rahmen hält.

Und ich kenne einige, die verstehen sich mit ihren Kollegen besser als mit ihrer 'Freizeitbeziehung' zu Hause!

Aber wenn du einen hast, der sehr ausdauernd am Tratschen ist, dann kriegst du irgendwann die Krise!

Ein HALBES! Jahr hat er jeden, aber auch wirklich jeden mit Geschichten aus dem Paulaner Garten – äh, seiner Partnerschaftskatastrophe – ‚beglückt‘. Erst war alles eitel Sonnenschein, doch dann brach die Hölle über ihn herein, in allen Variationen, zig verschiedenen Versionen (Hannes Wader sang mal so treffend: Heute hier, morgen dort…, die Partnerin ergriff das Hasenpanier (Warum wohl, kann ich ja gar nicht verstehen… er übrigens auch nicht!), dann wieder ein neuer Versuch, der endgültige Bruch und Auszug.

Der absolute Hammer ist aber, dass er jedem sein ganz persönliches Canossa unter dem Siegel der Verschwiegenheit berichtet – und nicht mitkriegt, dass – und wie - die Mädels und die Jungs hinter besagtem Rücken über ihn herziehen.

Mann o Mann.

Mein seliger Vater pflegte über solche Typen zu bemerken, dass sie mal einen leichten Tod hätten – schließlich bräuchten sie keinen Geist aufgeben.

Fatal an der Sache ist nur, nachdem jetzt das häusliche Fiasko die Gewöhungsphase – wir erinnern uns; der Mensch gewöhnt sich an fast alles! – verlassen hat und Alltag geworden ist, hat sich der Fokus auf andere Dinge ausgerichtet; sprich es werden Interna der eigenen und anderer Abteilungen im Haus kolportiert.

Das hat natürlich ganz klar einen Vorteil: Willst du, dass etwas superschnell bekannt wird, so mußt das nur beiläufig an besagter Stelle fallen lassen. Es dauert nicht einmal einen Tag, bis es überall bekannt ist. Bekanntlich haben Gerüchte und Tratsch schnelle und vor allem viele Füße – da würde jeder Tausenfüssler vor Neid erblassen!

Aber es hat auch einen entscheidenden Nachteil: wer schon mal stille Post gespielt hat, weiß, dass spätestens beim sechsten Mitspieler aus: Mama hat eine schöne Perlenkette … Mama hat viele geile Kerle im Bette! wird.

Und es ist echt zum Kotzen, wenn du von anderen erfährst, was in der eigenen Abteilung so Sache ist – logisch, was mich betrifft, erfahre ich immer als letzte.

Verschärfend kommt dann noch dazu, dass die Fähigkeiten zur kritische Beschäftigung mit seiner eigenen Person nicht sehr ausgeprägt sind – Selbstreflektion ist ein Fremdwort – wie schreibt man das? und vor allem: WAS zum Teufel ist DAS??? Und sobald er auf das Thema angesprochen wird, reagiert er ausgesprochen unwirsch: DAS ist ja GAR NICHT WAHR!!!

Und was das Bübchen so beleidigt gucken kann! Goldig…

Es ist halt immer schlimm, wenn einer austeilen, aber nichts einstecken kann.

Ganz klar - im Eifer des Gefechts rutscht jedem mal was raus, was er besser nicht von sich gegeben hätte oder man schießt beim Sticheln deutlich über's Ziel hinaus.

Nobody ist perfect - aber wir arbeiten daran!

Immerhin hat er es jetzt geschafft, daß keiner mehr was sagt, weil die Zeit für diese Pappnase einfach zu schade ist – und wozu muss man sich von ihm anmachen lassen – letztendlich muss er selbst auslöffeln, was er sich da eingebrockt hat.

Der alte Grieche Sokrates hätte ihm diesbezüglich wahrlich einen guten Rat geben können: Genügt das, was du erzählen willst den drei Filtern?? => Ist es wahrhaftig? Ist es etwas Gutes? Ist es für mich nützlich; also muss ich es wissen?

Der Tratschhansel, der Sokrates über seiner Schüler das Ohr abkauen wollte, musste daraufhin zugeben, dass er es nur vom Hörensagen wisse und Nein!,  was Gutes sei es auch nicht. Sokrates‘ Kommentar zu diesem geschwätzigen Schüler: Wenn das, was du mir erzählen willst, etwas Schlechtes ist und du nicht einmal weißt ob es stimmt und mir das Wissen darum nichts nützt – warum um alles in Welt willst du es mir dann erzählen?

Ob es hilft, wenn man ihm die Geschichte als Audiodatei zumailt?

Aber ich fürchte, wir müssen weiterhin den Hintern zusammenkneifen und aufpassen, dass wir uns über wichtige Abteilungsinterna nur unterhalten, wenn er nicht in der Nähe ist.

Denn leider sitzt sein Verstand zwischen den großen Zehen.

Eine Frau würde den Wink mit der Audiodatei hundertprozentig kapieren…

8.10.10 22:13


Fortbildung tut NOT!!!

Jemand da, der den Unterschied zwischen „notwendig“ und „nötig“ nicht kennt?

Ja?

Na, da kann ich ab heute weiterhelfen!

Ich hatte nämlich heute Fortbildung – oder besser ausgedrückt – Auffrischung meiner diversen Kenntnisse in Bezug auf Deutsch und die „Go’s“ und „Absolutely NO Go’s“ bei der Formulierung einwandfreier und sämtlicher DIN Vorschriften genügender Korrespondenzen.

Bei uns werden seit neuestem neben speziellen fachlichen Fortbildungen auch solche „allgemeinerer“ Art angeboten.  Ich war zwar der Meinung, ich verstehe meinen Kram – aber erstens sieht es ja immer gut aus, wenn man sich weiter entwickeln will - - - und dann, weiß ich, wie man’s mal gebrauchen kann?

Also - anmelden.

Heute Morgen bin ich dann brav in den Konferenzraum marschiert und harrte der Dinge die da kamen. Als Dozent figurierte ein freundlicher älterer Herr, der als erstens wissen wollte, mit wem er es so zu tun hat.

Ich hatte das Vergnügen, die Vorstellungsrunde zu eröffnen (Weil ich wie immer ganz vorne saß, da will nämlich sonst keiner hin. Ich habe schon oft überlegt, ob die Angst haben, daß der Dozent beißt?!). Jedenfalls habe ich brav mein Sprüchlein wer ich bin und was ich hier will von mir gegeben, als der mich nach meiner Motivation, dieses Seminar zu besuchen, gefragt hat. Ich war gedanklich schon eins weiter und habe nicht gleich geantwortet, worauf prompt die Frage folgte, ob ich „freiwillig“ da sei oder mein Chef „mir den Besuch des Seminars nahe gelegt hätte“?

Darauf konnte es natürliche nur eine Antwort geben: FREIWILLIG!!!

Nachdem wir mit der gegenseitigen Vorstellerei und Motivationserkundung durch waren, begann der Ernst der „Deutschstunde“.

Nun muß ich dazu sagen, daß mein Schulbesuch schon so lange her ist, daß ich manchmal denke, das war in einem anderen Leben. Die Ausbildung, bei der ich Tippen und Briefeschreiben gelernt habe, ist auch schon ein Weilchen her.

Und dann – HALLO!

Wir hatten zumindest EINE Rechtschreibreform, die, wie ich leicht frustriert feststellen mußte, anscheinend voll an mir vorbei gelaufen ist.

Oder hat einer eine Ahnung, was das Partizip l und ll sind, die ABSOLUT nichts in einem modern formulierten Brief zu suchen haben? Oder was zum Teufel sind „Präfixe“?

Irgendwann in grauer Vorzeit habe ich das mal im Deutschunterricht gelernt, aber wie gesagt – irgendwie in einem anderen Leben.

Ich habe ganz schön auf dem Schlauch gestanden.

Und dann immer diese harmlosen Zwischenfragen…

Was ist daran falsch: Wenn ich das Wort so schreiben würde???

Ich war ja richtig froh, daß ich nicht allein ein Fragezeichen im Gesicht hatte.

Des Rätsels Lösung: Bei „Wenn“ darf „Würde“ nicht folgen, richtig heißt es: Wenn ich das Wort so schriebe.

Mann o Mann!

„Schriebe“ habe ich zuletzt in der Schule gehört. Im Dialekt heißt das wenn … würde.

Und in diesem Stil ging es weiter – zugegeben, es war hoch interessant, aber irgendwie kratzt das doch ganz schön am Ego.

Außerdem – das antiquierte Kaufmannsdeutsch, das ich mal vor wasweißich wie vielen Jahren gelernt habe – verwendet heute kein Mensch mehr, es ist „out“ und Geschichte!

 Heute schreibt man lebendig; ein Brief muß kundenorientiert sein, positiv geschrieben, den Leser ansprechen – und Fremdwörter sind tabu! Äh, nicht angebracht... Kleine Hilfestellung: Man schreibt, wie man spricht. (Na toll, da haben die Empfänger bei mir dann wenigstens was zu lachen). Allerdings unter Beachtung der AIDA und Thema-Rhema-Regel. Schon mal was davon gehört? Ich bis heute auch noch nicht.

Schön. Schön. Schön.

Übrigens, noch ein Unterschied: Wann heißt es Wörter und wann Worte?

Das Problem an der Sache ist nur, sooo einfach ist es dann doch wieder nicht, da es erstens eine Gesellschaft für deutsche Sprache und zweitens eine Deutsche Industrienorm gibt, die den Briefverkehr in Ausdruck und Aussehen penibel regelt. (Dazu dann nächste Woche mehr!)

Ich muß sagen, das „Kaufmannsdeutsch“  hat mir noch nie gefallen, aber – Briefe wurden nun mal so formuliert. Und mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch tatsächlich an – fast – alles.

Und wenn man sich an verdrehte Formulierungen gewöhnt hat, hört sich die „lebendige“ Schreibweise aber auch so was von „schief“ an.

Die Fortbildung bestand hauptsächlich aus dem „Auffinden“ zutreffender Formulierungen.

Was also, habe ich heute gelernt:

Man schreibt in Verben, verbannt alle Partizipien, schmeißt alles mit –ung, -heit und –keit raus, formuliert positiv (nach dem Motto: nicht sagen, der Mann schielt, sondern er sieht nur nicht gut), vermeidet ich und wir weitestgehend, baut keine Schachtelsätze und dass-Treppen … und damit steht einem ansprechenden Brief, der beim Adressaten – pardon – Empfänger gut ankommt, nichts mehr im Wege… außer meinen mangelhaften Kenntnissen der neuen deutschen Rechtschreibung vielleicht.

Zweiter Lernerfolg:

Ich werde mich schleunigst nach einem Deutsch Rechtschreibkurs umsehen.

Wie meinte Seller so treffend?: „Deutsche Sprach – schwer Sprache, kaufst du dich Päckchen Deutsch, hat mich auch gehilft!“

6.10.10 21:27


Jugend aufgepaßt - die legendären 68er sind wieder zurück!

Ich glaube, das was heute in Stuttgart wegen "Stuttgart 21" abgegangen ist, nennt man "lebendigen Geschichtsunterricht"!

Als in den 60iger Jahren mit Höhepunkt 1968 die Studentenunruhen losgingen und vor allem Frankfurt erschüttert haben, war ich um mitzumischen noch viiiel zu klein.

Aber mir sind noch gut die Bilder, die damals - noch schwarzweiß - über den Bildschirm flimmerten im Gedächtnis. Wasserwerfer, Polizisten, die ohne Ansehen der Person (es hat auch teilweise unbeteiligte Passanten erwischt - ich glaube, man nennt das "Kollateralschaden" draufgeschlagen haben. 

Und natürlich auch die Kommentare meines Altvorderen.

Skandal!

Die haben zu studieren!

Demonstrare heißt zeigen! Die zeigen nur, daß sie dumm sind!

Die haben nichts zu zeigen!

Das arbeitsscheue Gesindel gehört in ein Arbeitslager!

Eieiei

Auch ein Unbeteiligter merkt schnell, daß mein Herr Papa noch seeehr den Idealen seiner Jugend verbunden war. 

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr, worum es bei der 68iger Bewegung tatsächlich gegangen ist, weil wie gesagt - ich war noch zu klein, um die Revolte zu verstehen und später in der Schule wurden die Vorgänge rund um die Frankfurter Universität aus dem Unterricht - sagen wir mal - ausgeklammert.

Die Untaten eines gewissenen Österreichers waren viel interessanter und auch vom erzieherischen Standpunkt aus wichtiger als ein paar demonstrierende Studenten.

Doch wie sich die Bilder gleichen...

Man muß es sich echt auf der Zunge vergehen lassen:

Seit 1989 plant die Bahn den Durchgangsbahnhof. Das sind - sofern ich noch rechnen kann - mittlerweile 21! Jahre.

Man möchte doch glauben, daß die Bahn, die Politiker und wer auch immer genügend Zeit gehabt hätte, die Bürger Stuttgarts offiziell per Volksentscheid um ihre Meinung dazu zu fragen.

Und es ist ja nicht so, daß es in den letzten 21 Jahren genug Einwände und Gegenstimmen zu dieser hirnverbrannten Idee, den Bahnhof in das Gipsbett unter Stuttgart zu legen gegeben hätte.

Die Bahn hat zwei Jahrzehnte lang die Geleisanlagen zum Bahnhof nur notdürftig instandgehalten bzw. vergammelt lassen. 

Und wozu?

Damit sie jetzt argumentieren kann, die Sanierung der Anlagen käme auch nicht billiger als der Neubau!

Da frage ich mich doch:

Für wie dämlich halten die uns???

Und ich finde es eine Riesensauerei, daß man jetzt, obwohl die Bürgerschaft Widerstand leistet und deutlich zeigt, daß sie den sogenannten "technischen Fortschritt" nicht will einfach hergeht, und unwiderrufliche Tatsachen schafft.

Der Nordflügel ist schon weg, die Bäume im Schloßpark werden folgen - und dieser Grinsekater von Ministerpräsident grinst scheinheilig in die Kamera und "bietet weiter die Hand zum Gespräch!" Ist das nicht gr0ßzügig?

Aber!

ER läßt sich NICHT erpressen, von wegen Einstellung der Baumaßnahmen; neeiiin erst wird alles plattgemacht, schwätze kaast später au no!

Offensichtlich gehören Borniertheit, Dummheit und Überheblichkeit zur Stellenbeschreibung, wenn man Ministerpräsident von Baden Württemberg werden will.

Und wird er nicht mehr gewählt - Macht ja gar ncihts! Schließlich kriegt er die Pension nicht für erbrachte gute Leistung, sondern einfach für's innegehabte Amt.

Man möchte ihn nochmal in die Uni schicken, damit ihm die Professoren nochmal im Grundgesetz unterrichten. Scheinbar hat er nicht aufgepaßt, da steht nämlich drin:

Alle Gewalt geht vom Volke aus - nicht von größenwahnsinnigen Politikern oder Lobbyisten.

Früher haben die Bürger verdienstvollen Persönlichkeiten ein Denkmal spendiert - es scheint, als ob Ministerpräsident, Bahnchef und Konsorten nicht solange warten wollen; eigentlich verständlich, denn dann kriegen sie es nicht mehr mit, weil dahingeschieden.

Doch merke:

Wer Macht hat, kann sich zu Lebzeiten SELBST ein Denkmal setzen - auch wenn es nur an einen aufgeblasenen Schnösel erinnert - Hauptsache halt, es ist groß genug und stellt was dar.

 

30.9.10 21:49


Was bleibt von mir im www, wenn ich gehe?

Ich muß vorausschicken, daß ich im Moment sowohl meinen "Melancholischen" als auch meinen "Philosophischen" habe.

Angefangen hat das Ganze damit, daß ich in einem meiner vielen Newsletter die so jeden Tag bekomme, die Aufforderung:

"Machen Sie Ihr digitales Testament!"

fand. 

Ähm?

Ich kam beim Weiterlesen dann schon ganz schön ins Grübeln:

Jeder Account - auch der hier - geht in die Erbmasse ein, wenn man die schönste aller Welten verlassen muß. Und die Erben haben dann u. U. ein ziemliches Problem an der Backe, weil man - um zu wissen, was man kündigen muß - auch wissen muß, daß man was kündigen muß.

Ganz schön kompliziert.

Wobei - wenn das kostenlose Accounts sind, macht das ja im Prinzip nichts aus, ob er weiterläuft oder nicht; aber was ist mit Accounts, wo die Betreiber Knete haben wollen? (Zum Beispiel irgendwelche Zocker- oder Pfui!seiten?)

Wie gesagt, ich kam ins Grübeln.

Irgendwie haben die schon recht: Was bleibt von MIR, wenn meine Zeit heute abgelaufen ist? Welche Spuren habe ich - zum Beispiel im WWW hinterlassen? Lassen die sich so einfach tilgen oder liest irgendeiner in hundert Jahren das, was ich hier so verzapfe?

Werde ich dann irgendwann "relativ unsterblich" sein?

Wenn ich so darüber nachdenke:

Es gibt Persönlichkeiten, die sind tatsächlich "unsterblich" - ihr Andenken, ihr Wirken, ihre Werke, Ideen, Erfindungen, Entwürfe, Äußerungen, Bücher, Geschichten, Skandale, Wohltaten und, und, und werden von ihren Zeitgenossen und den folgenden Generationen immer und immer wieder erinnert - zum Kotzen, daß damit allerdings auch so ein Typ wie der Österreicher die relative Unsterblichkeit erlangt hat. 

Wer weiß heute noch, daß viele unserer geflügelten Worte aus Schiller's Glocke oder Goethe's Faust stammen?

Und ich - wie unsterblich "mache" ich mich?

Der Anstoß war die Aufforderung "Machen Sie Ihr digitales Testament!" und dann wollte ich es wissen:

Wie weit bin ich eigentlich im www verbreitet - und habe beim "Großen Bruder" den eigenen Namen gegoogelt.

WOW

Ich stellte erstaunt fest, daß immer noch Teile einer alten Webseite erscheinen und aktiv sind, obwohl die Seite bereits seit ZWÖLF Jahren nicht mehr existent ist.

Ich war ehrlich erschüttert, wie viele Spuren ich bis jetzt - und zwar ohne es teilweise zu wissen - bereits hinterlassen habe. Und zwar auch Dinge und Informationen, die ICH nie unter meinem Nahmen preisgegeben hätte.

Im www wird dadurch ein Bild von mir vermittelt, das mir streckenweise garnicht gefällt und was mir am meistens stinkt ist - ich kann dieses Bild nicht mehr revidieren, weil: Ich werde die Informationen garnicht mehr los, ich kann sie nicht mehr tilgen weil ich nicht weiß WER diese Informationen "heruntergeladen" und damit meinem Zugriff und Einfluß entzogen hat. 

Mir ist vor allem klar geworden, WIE leichtsinnig ich bisher mit Daten und Informationen über mich umgegangen bin - eine Rabattkarte hier - ein Infoaccount da - Anmeldung zum Newsletter, zur Community - hier ein Kommentar, da ein Bildchen... 

Mit Schaudern stell ich mir folgendes Szenario vor:

Ach guck mal, auf dem Bild bin ja ich - hat doch einer die Bilder von der letzten Party hochgeladen und dann auch noch mit Namen und Verlinkungen versehen. War schon eine lustige Sache.

Toll!

Toll???

Was ist, wenn ein lieber Freund mich mit dem Bild im Kollegen- oder Freundeskreis bloßstellt, weil ich doof aus der Wäsche gucke? Oder versucht mich zu erpressen, oder mit dem Bild anderweitig Schindluder treibt?

Kann mich das den Arbeitsplatz kosten - oder andere negative Auswirkungen für mich haben?

Nicht, daß ich ein schlechtes Gewissen hätte oder mir etwas "zuschulden" hätte kommen lassen - aber WAS ist, wenn jemand  meine leichtsinnig preisgegebenen Daten  "frisiert" und das dann im www verbreitet?

Will ich unter diesen Umständen dann überhaupt unsterblich sein?

Mein Fazit ist:

Daten- und Persönlichkeitsschutz - fängt bei mir selbst an - und hier gilt:

VORSICHT IST DIE MUTTER DER PORZELLANKISTE!!!

 und ich werde in Zukunft viel, viel sorgfältiger in "sogenannten öffentlichen Räumen" umgehen als bisher.

Ich will schließlich nicht als Kellerassel wiedergeboren werden, nur weil ich mit meiner Sorglosigkeit im Umgang mit modernen Medien soviel mieses Karma gesammelt habe, daß es für die nächsten zwanzig Leben reicht.

 

 

 

28.9.10 18:58


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